riss

riss in der hose

die fußböden sind mal wieder gewischt,
es bleibt aber: in mir wird’s nicht mehr sauber,
kein besteck ungespült und das bett nicht bezogen
und wo bleibt er: der verkündete späte zauber?

noch zwei, drei dinge kriege ich nicht aus dem kopf:
alles muss weg, keine fettflecke mehr auf der membran,
spurenlos. falls es doch plötzlich ein ende hat,
stößt es mir plötzlich siedend auf, das loch im zahn,

der riss in der hose, die abwesenheit der sonst anwesenden,
sehe sie noch und winke, wie sie abdrehn nach norden.
die klobrille hats nötig, vor allem von unten
und ich sollte aufhörn, die zeitungen von 2005 zu horten.

es klingelt, ein unerklärlicher fehler in der leitung.
seit wochen ist auch die post nicht gekommen,
die waschmaschine muss geleert und gestillt werden,
im waschwasser haben ein paar utopien geschwommen.


© by Gerd Hunger

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