freitags

freitags kommt der fischewagen

Lindwedel rechts: reise wie im letzten jahr.
alte alte, schwere koffer, ich allein mit meinem glück,
durchschaue sie, fenster, schaffner: alles klar,
sonst noch schweigen oder staunen, das dann vorwärts und zurück.

keine abfahrt: die zeiten bloß als nackte zahlen.
menschen zerren pferdekutschen, ich befinde mich im lot,
tue nichts und lasse, aber das mit höllenqualen.
betrachte nur und lächle und sitze mir den hintern rot.

narren erster klasse: schalkhaft sowie schabernack.
schließt die hände, hebt die hosen: dies hier ist ein überfall.
aus den spiegelpfützen bergen wir die jahreswracks,
zeitgemäße junge leute: alle haben einen knall.

frosch zu sein bedarf es wenig, aber vormals stier
oder löwe in der steppe, quasi als charakterschwein.
freitags kommt der fischewagen, aber samstags kommen wir,
treiben prustend in der Örtze, nässen uns von außen ein.

Eickeloh zur linken: ich komme wie im letzten jahr.
junge kinder, fette säcke, ich allein mit meiner last
liste auf und zähle, was noch kommt und was schon war,
füge nun zusammen: mich, das leben. heureka, es passt!



© by Gerd Hunger

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