
träne aus ton
ich bin loser brocken aufgeworfner krume:
vom kiesteich tragen brisen fetzen von sirenen.
schwerer kopf stürzt und glättet fallend eine blume,
wieder wach, seh ich ein paar zwerge an mir lehnen,
und sie alle geifern, schimpfen, dödeln, schwatzen.
an der wange brennt eine träne aus grauem ton,
vor den fenstern tagt ein kriegsrat fremder katzen.
ists schon wieder nacht? kommen sie? kommen sie schon?
ein atmender berg wirft auf mich seinen schatten,
mit zwergen und mit katzen verzieht es mich zum teich.
dort finden wir unlängst abgelegte kladden:
bericht meines lebens und papier von meinem fleisch.
„ich wollte nicht, was mir wehtut, auch dir antun!“
ein satz schmilzt unterwegs, befruchtet ahornrinden,
wirbelt über lehmgebäude, nur um zu ruhn,
lässt mich allein zurück. gewiss, er wird dich finden.
© by Gerd Hunger
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