
Lensahn
Lensahn: in meinem haus brennt eine lunte, und bald:
dann brennt das ganze haus.
ahnungslos war ich selbst in meinem eignen wald,
in dem es mir auch tags jetzt graust.
in meinem pass: heimatloser, nicht vertrieben, anspruch:
keiner. feiner kies im schuh.
ich lege nahe: lest in meinem kindertagebuch,
und schließt die türen eurer mäuler zu.
bedachtsam sammle ich orte für meinen letzten zug:
Luschendorf, Leer, vielleicht Lübars.
nein, mühsam war sie nicht, last, die ich trug.
fast wie ein wattebausch. das wars.
ich war sehr oft betrunken und gelassen. ich roch,
wo andre stinken sagen. leicht
und tolerant zu jedem, der unter meine decke kroch:
zu allen andren eher seicht.
ja, gut waren frauen für schmerz vor allem, wohl-
befinden und vergehen. sie kamen
von allen seiten, überraschend. ich blieb hohl,
beständig nur in meinen dramen.
jetzt sammle ich pistolen. jetzt brennt ein wachs
in meinem haus und dann der wald.
in glaubensfragen bin ich seit alkazar sehr lax.
du weißt. ich werde gehen. bald.
© by Gerd Hunger
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