winter

winter, nicht herbst

der morgen riecht nach nassem Laub,
vorm portal verschniefen müde kinder,
noch zögernd verhält der schritt vorm freien,
es denkt noch herbst, doch ist schon winter.

herbstlos, auch frühjahr und sommer vertan,
flieht der gast des hauses die hölzernen stühle
des gartenstammcafès auf kurzem weg zur ecke,
lustlos nach vorn, aus vergangenem nur kühle.

es zuckt im fuß ein wenig lust auf tanz,
ein ärgerliches lächeln rümpft sich zum haar,
der nachbar bleibt in dieser frühe ungegrüßt:
so bleibt bleiblos, was kommt, was war.

züge nehmen, die nicht wirklich ziele versprechen,
das resistente plastik ist nur, was es ist,
an den fenstern zieht ein land vorbei
ohne mein interesse, weil mich schon die ferne frisst.


© by Gerd Hunger

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