Dresden

und größere werke als diese

Dresden wird nichts als ein tag der reisen sein, ein dritter der gelassenheit. sonnenuhr und schlaf: die tochter und ihr kinderpass, sonst allein und ungebeugt. rebellionen, widerstände. brav.

herr mittleren alters, trägt statt gold messing am finger und bietet den motten den baumwollschal, bastelt am morgen bomben, liest nachts Lessing und behauptet, zwischen beidem bestünde die wahl.

Dresden wird bald aussehen wie Hannover: psychotherapie der nüchternheit, doch sonst trocken. frühstück, "harz-kurier", der neue pullover und erster schnee mit spiegelnden, drehenden flocken.

mann mit kleiner weisheit, gelinder stimme argumentiert, trotz wissens, weiter bis zum ende: "unbeugsam sei, wer sich nicht selber krümme." steht auf, verbeugt sich tief und faltet seine hände.

Dresden ist der ort, tut wie Osterode: seit sechs tagen auf beiden füßen. zeit auszuruhn und ein neues jahr als plan: keine tote. und größere werke als diese werdet ihr tun.


© by Gerd Hunger

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