[Nanu, ist da einer unter die Philatelisten gegangen? Nein. Einfach als Erklärung: Abdrucke von offiziellen Briefmarken unterliegen nicht dem Urheberrecht.] Eigentlich war 1988 ein ziemlich langweiliges Jahr. Gut, im Februar eröffnete SPOTT Berlin sein "Büro für Freies Theater" offiziell am Planufer in Kreuzberg mit einem "Tag der Offenen Tür". Und: Berlin (West) ist Kulturhauptstadt Europas. Schon im Vorfeld begann in der Berliner Kultur"gemeinschaft" ein Hauen und Stechen um die "Geldtöpfe", das nur vergleichbar war mit dem zur 750-Jahr-Feier und zur Olympiabewerbung Berlins 1989-93. Und Gerd Hunger war mittendrin. Nach so einer Erfahrung hat man keine Illusionen mehr. Aber sonst war wirklich kaum was los.
Die XV. Olympischen Winterspiele finden in Calgary/Kanada statt. Der CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß stirbt an einem Herz-Kreislauf-Versagen. Bundestagspräsident Philipp Jenninger (CDU) tritt aufgrund der Kritik an seiner Rede bei der Gedenkstunde des Bundestags am 10. November zum 50. Jahrestag der Reichspogromnacht zurück. Die Rede hatte nach weit verbreitetem Urteil nicht das "nötige Maß an Betroffenheit" erkennen lassen und die zahlreichen Zitate aus der NS-Zeit hatten zu Missverständnissen geführt. Interessant vielleicht noch im Vorjahr von 1989: Der Wendehals (Jynx torquilla) ist Vogel des Jahres. Der BFC Dynamo wird zum 10. Mal Meister der DDR-Fußballoberliga; im westlichen Norden diesmal nicht der Süden: Werder Bremen. Und dann doch noch die Sensation: Die Springer-Zeitung verzichten auf die Anführungsstriche bei der DDR. Die "Tüttelchen" sollten das Provisorische des ersten deutschen sozialistischen Staates betonen.
©by Gerd Hunger Nächstes Jahr Voriges Jahr Zurück zur Startseite [Letzte Änderung: 20. August 2010]