Der Zugang zur Ständigen Vertretung der BRD in der DDR, "Bot-schaft" durfte das ja nicht genannt werden, wird von der Stasi aktiv be-hindert. Grund: Ausreisewillige abhalten! In der CSSR beginnt eine staatliche Diskriminierung der Unterzeichner der "Charta 77". James Earl "Jimmy" Carter wird 39. Präsident der USA. Alice Schwarzers "Emma" erscheint das erste Mal. Siegfried Buback und sein Fahrer werden von RAF-Mördern erschossen und das Stuttgarter Oberlandes-gericht verurteilt Baader, Ensslin und Raspe zu lebenslanger Haft.
Sepp Herberger (80) und Ludwig Erhard (80). sterben. Bundes-tagspräsident Carstens verbietet Christo, mal eben den Reichstag einzupacken. Der Schriftsteller Reiner Kunze und der Sänger und Schauspieler Manfred Krug siedeln in den "Westen" über.
Der Dresdner Bank-Chef Jürgen Ponto wird von den RAFlern Mohnhaupt und Klar erschossen. Hanns Martin Schleyer wird entführt, dabei werden sein Fahrer und drei Sicherheitsbeamte erschossen. Er selbst wird am 19.10. tot im Kofferaum eines Autos aufgefunden. Gerd Hunger wird sich bewusst, dass er überhaupt nicht politisch denken kann - und will. Keinem, Buback, Ponto oder Schleyer, möchte er je begegnet sein und merkt dabei, dass ihre Mörder keinen Deut besser sind. Die Unmenschlichkeit, für die die Ermordeten stehen, wird übertrof-fen von ihren Mördern.
Drei Tage nach Gerds 28. Geburtstag stirbt in Tübingen im Alter von 92 Jahren der große Philosoph Ernst Bloch, seiner Ansicht nach der einzige Deutsche des 20. Jahrhunderts von Bedeutung. Sein Tod scheint ihm fast wie eine Antwort auf den sinnlosen und unpolitischen Terrorwahn - kein "Geist der Utopie", kein "Prinzip Hoffnung" - nur "Erbschaft dieser Zeit"?
© by Gerd Hunger Nächstes Jahr Voriges Jahr Zurück zur Startseite [Letzte Änderung: 8. Februar 2010]